Lehrbeauftragte wehren sich gegen Ausgrenzung hier (Bayern)

Ein Fragebogen schürt Angst unter den Lehrbeauftragten

Hier der Artikel in der Süddeutschen

Auf youtube

Interview von bklm - Sprecher Arvid Ong mit BR - Klassik im Vorfeld der 9. Bundeskonferenz hier

am 27. und 28.10. 2018 treffen sich die Lehrbeauftragtenvertreter der 24 Musikhochschulen Deutschlands in der Musikhochschule München.

Eine Podiumsdiskussion am Samstag 15 Uhr mit Vertretern aus dem Bundestag und dem bayerischen Landtag sowie der Deutschen Orchestervereinigung ist öffentlich.

Titel: Lehrbeauftragte: Drittklassige Dozenten??


Helge Lindh, MdB (SPD)
Verena Osgyan, MdL (Grüne)
Dr. Michael Piazolo, MdL (Freie Wähler)
Prof. Dr. Bernd Redmann, Vorstand der
RKM, Rektor der Hochschule für Musik
München
Martin Majewski, DOV
Moderation: Arvid Ong (Sprecher bklm)

 


23. April 2018

Lehraufträge sollen das reguläre Lehrangebot ergänzen, nicht
sicherstellen

Stellungnahme des DHV-Landesverbandes Bayern

Der Landesverband Bayern im Deutschen Hochschulverband (DHV) begrüßt
die Bemühungen um einen sinnvollen und angemessenen Einsatz von
Lehrbeauftragten an den Universitäten und Musik- und Kunsthochschulen
Bayerns. Denn der Lehrauftrag ist ein wesentliches Element der
akademischen Lehre.

Die Praxis der Erteilung und Verwendung von Lehraufträgen in Bayern ist
Gegenstand von Kritik geworden.

Lehraufträge sind Ergänzungen des regulären Lehrangebots. Sie dürfen
jedoch nicht dazu verwendet werden, das zentrale, reguläre Lehrangebot
sicherzustellen. Diese Praxis ist insbesondere an den Musikhochschulen
und den Sprachenzentren einiger Universitäten Bayerns verbreitet, wie
die Antwort der Bayerischen Staatsregierung vom 8. Dezember 2015 auf die
Anfrage des Abgeordneten Jörg (Würzburg) vom 4. März 2015 ergab
(Bayerischer Landtag, Drucksache 17/9516).

Dieser Missbrauch hat dazu geführt, dass in Bayern ein akademisches
Prekariat entstanden ist. Es besteht aus fachlich qualifizierten
Lehrbeauftragten; wären sie nicht qualifiziert, dürften ihnen keine
Lehraufträge erteilt werden.
Der DHV hält an der Personalkategorie "Lehrbeauftragter" fest.
Lehrbeauftragte sind keine Arbeitnehmer und sollten es auch nicht
werden. Dass die Universitäten in ihrer finanziellen Not zunehmend zum
Instrument des Lehrbeauftragten greifen, um Lücken im Lehrangebot zu
schließen, ist zwar verständlich, aber kritikwürdig.

Lehraufträge dienen der Arrondierung des Lehrangebots und der
Verklammerung mit der beruflichen Praxis außerhalb der Universitäten.
Der Zweck von Lehraufträgen liegt nicht darin, Professoren und
wissenschaftlichen Mitarbeitern vorbehaltene Lehraufgaben für wenig
Geld zu delegieren. Deshalb sollte Pflicht- und Wahlpflichtlehre
grundsätzlich nicht von Lehrbeauftragten wahrgenommen werden. Wenn
Lehrbeauftragte faktisch dauerhaft Dienstaufgaben wahrnehmen, müssen
reguläre Beschäftigungsverhältnisse als Hochschullehrer oder
wissenschaftlicher Mitarbeiter geschaffen werden.

--
Deutscher Hochschulverband
Pressesprecher
Dr. Matthias Jaroch
Rheinallee 18, 53173 Bonn

Hier geht es zu dem Artikel von Juan Martin Koch.

Aufruf!

Sehr geehrte Damen und Herren,



wir bitten um Unterstützung für die Bayerischen Musiklehrbeauftragten:

Mailen Sie bitte die auf der 8. bklm erarbeitete Bayern-Resolution mit folgendem Begleit-Text:

"Sehr geehrter Herr Seehofer,
Ich stimme der Bayern-Resolution der bklm zu und unterstütze die Forderungen der Musik-Lehrbeauftragten."

an die Adresse der Bayerischen Vertretung in Berlin:

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Danke!!

Die Sprecher der bklm

 

_________________________________________________________________________________

 

 --> Diskussion im bayerischen Landtag November 2017

 

Pressespiegel und Solidaritätsadressen zum Bayern-Streik:

Süddeutsche vom 17.12.2017

DOV (Martin Majewski)

SWR

BR

BR-Klassik

BR24

Sueddeutsche

Bayerischer Musikrat (Thomas Goppel)

-->Leider wird vom bayerischen Musikrat von "und in beidseitigen Einvernehmen die vorgeschriebene Maximalstundenzahl (laut Umfrage über 50% der beschäftigten Lehrbeauftragten) überschritten." gesprochen. Das sehen die Lehrbeauftragten anders, da die Rahmenbedingunen nicht transparent sind. Warum wäre sonst plötzlich eine Unterschrift notwendig?

Klassik Magazin

DOV

FAU Jena

Main Post

Musikzeitung Schweiz

NMZ Juan Martin Koch

Komponistenverband

Verdi

Kreidefresser

 

Bayern – Resolution

Bundeskonferenz der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen -
bklm vom 29. Oktober 2017

Ohne Lehrbeauftragte würde der Lehrbetrieb an den Musikhochschulen und Musikinstituten der
Universitäten Bayerns zusammenbrechen.
Die Institutionen setzen die Lehrbeauftragten bis zu 83 % anstelle festangestellter Dozentinnen und
Dozenten ein. Deshalb arbeiten Lehrbeauftragte oft mehr als die erlaubte Stundenzahl. Dies nur für einen
Bruchteil (20 -44 %) der Bezahlung der Festangestellten und ohne soziale Absicherung.

Der Freistaat Bayern hat diese für ihn finanziell vorteilhafte Praxis jahrzehntelang geduldet.
Nun sieht er den Nebentätigkeitscharakter des Lehrauftrages gefährdet und möchte sich vor möglichen
Ansprüchen der Lehrbeauftragten schützen. Er versucht, diese langjährige Praxis einseitig zu beenden.
Er verlangt:

-Eine Unterschrift der Lehrbeauftragten, mit der sie den Nebentätigkeitscharakter ihres Lehrauftrages
garantieren
-Teilweise eine Erklärung zur wirtschaftlichen Unabhängigkeit vom Lehrauftrag
-das Aussetzen der Prüfungshonorierung
Wird die Unterschrift nicht geleistet, könne der Lehrauftrag nicht verlängert werden.
Damit droht diesen Lehrbeauftragten ein erheblicher Einnahmeverlust. Oder sie müssten wissentlich
unwahre Angaben machen.

Der Freistaat Bayern gefährdet damit die Existenzgrundlage der Lehrbeauftragten und bringt sie in eine
Zwangslage. Er nutzt hier seine Monopolstellung als Arbeitgeber in der Lehre in einer Weise aus, die den Beigeschmack der Nötigung hinterlässt.

Die bklm fordert deshalb vom Freistaat Bayern:

1) Verlässliche Rahmenbedingungen für Lehrbeauftragte
Der Freistaat Bayern trägt die Verantwortung für die Praxis des Lehrauftrages und die sozialen Folgen.
Die Lehrbeauftragten brauchen eine transparente und homogene Neugestaltung und Umsetzung staatlicher
Regelungen, um im Geflecht staatlicher Gewaltenteilung (Rechnungshof, Ministerium, Hochschulen) ihre
Interessen wahren zu können.

2) Bekenntnis zur Dresdner Erklärung vom 23. Oktober 2016

Eine soziale Sicherung der langjährigen Lehrbeauftragten durch Übernahme dieser bewährten Kräfte in
feste (Teilzeit-) Arbeitsverhältnisse und angemessene Honorare.
Die jetzige Situation ist Symptom der missbräuchlichen Lehrauftrags-Vergabepraxis durch das Land.
Der Staat ist mehr denn je in der Pflicht, prekäre Beschäftigungsverhältnisse zügig durch gute und faire
Arbeitsbedingungen zu ersetzen und sich wieder als verlässlicher Partner für die Lehrbeauftragten zu
erweisen.

Berlin, 29. Oktober 2017

Bundeskonferenz der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen – bklm

www.bklm.org

Zum Download

 

Am 13. November werden die Lehrbeauftragten in Bayern streiken. Hier berichtet die Sueddeutsche heute.

Die bklm hat einen Forderungskatalog an die Parteien und deren hochschulpolitische Sprecher verschickt.

Forderungen-an-die-Bundestagsfraktionen-2017.pdf

Herzlichen Dank an die Deutsche Orchestervereinigung DOV für die Unterstützung!

Einladung zur 8.bklm in Berlin
Liebe Kolleginnen und Kollegen Lehrbeauftragte,
 
hiermit laden wir alle Lehrbeauftragtenvertreter und -sprecher der deutschen Musikhochschulen ganz herzlich zur
 
8.BKLM vom 28. bis 29.Oktober 2017
 
in die UdK Berlin(Gebäude Bundesallee 1-12 ) ein.
 
Danke an die Sprecherin Birgit Schmieder für die Organisation!
 
Die Rahmenzeiten werden wie immer sein (Ankommen 12.30 Uhr Samstag, Ende Sonntag 14 Uhr).
Weitere Informationen (Hotel etc.) über Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
 
Wir freuen uns auf eure zahlreiche Teilnahme!
 

 

Bericht der bklm-Sprecher Arvid Ong und Birgit Schmieder über die Teilnahme an der RKM. Es waren 45 Minuten für das Thema Lehrbeauftragte eingeplant.

Zunächst haben wir vorgetragen, dass wir den Einsatz der RKM für mehr Mittelbaustellen würdigen und die Implementierung der dritten Qualifizierungsebene begrüßen. Es herrschte Einvernehmen darüber, dass der Lehrauftrag kein optimales Mittel zur Nachwuchsförderung ist. Wir trugen dann auch vor, dass wir eine Lösung für die gegenwärtigen, langjährigen Lehrbeauftragten fordern. Wir machten klar, dass die Anstrengungen für eine bessere Förderung des Nachwuchses in Form von Förderstellen oder Juniorprofessuren für diese Kollegen keine hinreichenden Perspektiven bieten werden. Wir wiesen in diesem Zusammenhang auch auf die Gefahr der fehlenden oder unzureichenden Alterssicherung hin und auf das Problem, dass das Einlassen auf das System „Lehrauftrag“ ohne eine echte Aussicht auf Verstätigung des Beschäftigungsverhältnisses ein Altersarmutsrisiko ist. Der Vorsitzende der RKM, Prof. Ullrich, äußerte Verständnis für diesen Gedanken und sprach sich dafür aus, über Lösungsmöglichkeiten nachzudenken. Offenbar gab es im der Kanzlerkonferenz auch schon Überlegungen über diese Frage.

Auf der 7. bklm in Dresden am 22./23. Oktober hat die Bundeskonferenz in der Hochschule für Musik die "Dresdner Erklärung" verfasst.

Hier dazu die Presseerklärung der Deutschen Orchestervereinigung DOV.

 

 

Das Netzwerk "Prekäres Wissen", eine Initiative um den Soziologen Peter Ullrich von der Technischen Universität Berlin, hat in einem Bericht 60 Beispiele von Honorartätigkeiten an Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen zusammengetragen. Die Studie zeigt, dass die Bezahlung für Lehraufträge an Hochschulen mit Stundenlöhnen zwischen 25 und 45 Euro - je nach Qualifikation und Universität - den realen Arbeitsaufwand nicht abdeckt. Oftmals lag der tatsächliche Brutto-Stundenlohn unter dem gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro.

prekaereswissen.wordpress.com/honorartabelle-prekare-beschaftigung/